„Fußball ist Mannschaftssport“
Zlatko Janjic in die zweite Mannschaft versetzt

Vor der heutigen Trainingseinheit informierte Trainer Gino Lettieri seinen Spieler Zlatko Janjic darüber, dass er nicht mehr mit im plane. Grund hierfür sind in der Addition mehrere Gesten und Äußerungen des 25-Jährigen, die sich gegen das Team richteten. Der Ausschluss wird vom Spielerrat mitgetragen, der in den Entscheidungsprozess einbezogen war. Der offensive Mittelfeldspieler wurde mit sofortiger Wirkung vom Trainings- und Spielbetrieb der Profis ausgeschlossen und trainiert von nun an mit der zweiten Mannschaft. Janjic ist seit Juli 2010 beim SV Wehen Wiesbaden unter Vertrag und erzielte in 47 Spielen in der 3. Liga 15 Tore. Im Gespräch mit svww.de erläutert Trainer Gino Lettieri die Gründe und bewertet den sportlichen Verlust.
svww.de: Mit Zlatko Janjic verzichtet der SVWW freiwillig auf seinen besten Torschützen, kann sich der Verein das leisten?
Lettieri: Ich habe schon oft gesagt, dass Fußball ein Mannschaftssport ist. Wenn einer der Meinung ist, dies sei seine persönliche Bühne, dann ist er hier falsch. Wir können nur als Team erfolgreich sein.
svww.de: Was genau ist denn vorgefallen?
Lettieri: Zlatko Janjic hat nur drei Tage nach der Suspendierung von Martin Abraham und den deutlichen Worten von Geschäftsführer Wolfgang Gräf gegen den Kodex verstoßen. Wir haben direkt nach der Rückkehr aus Saarbrücken mit dem Spielerrat zusammen gesessen und die Vorfälle aus dem Spiel diskutiert. Dazu gehört die Geste nach seinem Tor aber auch Gesten wie Kopfschütteln gegenüber seinen Mitspielern nach Fehlern während des Spiels und in der Vergangenheit. In der Summe sind wir dann gemeinsam mit dem Spielerrat zu der Entscheidung gekommen, Zlatko Janjic im Profiteam nicht mehr zu berücksichtigen.
svww.de: Und wie wollen wir den sportlichen Verlust ausgleichen?
Lettieri: Zlatko ist einer, der ein Spiel alleine entscheiden kann. Aber er gefährdet durch sein Verhalten den Erfolg der gesamten Mannschaft. Wir haben uns vor der Saison auf Regeln und Ziele verständigt. Eine davon ist, dass wir uns alle dem Team und damit dem Erfolg unterordnen wollen. Wer da nicht mitmacht, ist falsch am Platz.
svww.de: Wie hat die Mannschaft reagiert?
Lettieri: Die Mannschaft ist heute vom Trainerteam informiert worden. Anschließend hat der Spielerrat in einer Mannschaftssitzung ohne Trainer nochmal deutlich gemacht, dass so ein Verhalten einfach nicht geht. Letztlich sollte die Entscheidung niemanden mehr überraschen.
svww.de: Die Freistellung von Martin Abraham und jetzt die von Zlatko Janjic könnte nach außen wie Panikreaktionen auf die sportliche Situation wirken.
Lettieri: Was vorgefallen ist, können wir als Verein und kann die Mannschaft nicht akzeptieren. Wir brauchen Teamplayer. Es hat seine Gründe, warum wir nicht erfolgreich sind und die liegen nicht im spielerischen Bereich. Ich wiederhole mich da gerne, Fußball ist ein Mannschaftssport und Erfolg werden wir nur im Team haben. Der Wunsch nach Maßnahmen kommt auch aus dem Team und deswegen hat der Spielerrat auch so mitentschieden.