Heimsieg ohne zwei
SV Wehen Wiesbaden vs. VfL Osnabrück 2:1 (2:1)

Bereits am vergangenen Dienstag durfte der SV Wehen Wiesbaden üben, wie man mit neun Mann gegen Elf keinen Gegentreffer kassiert. Dass sie heute ab der 65. Minute erneut im vier-vier-null System spielen mussten, lag an zwei Platzverweisen innerhalb weniger Minuten. Zunächst traf es Aziz Bouhaddouz wegen unsportlichen Verhaltens (60.), nur drei Minuten später musste auch sein Sturmpartner Steffen Wohlfarth das Feld verlassen. Bei ihm hatte Schiedsrichter Knut Kircher ein hartes Einsteigen gesehen. So kämpften neun tapfere SVWWler 27 Minuten gegen anstürmende Osnabrücker. Alf Mintzel hatte in der 77. Minute sogar das 3:1 auf dem Fuß, doch der ehemalige Wiesbadener Marco Neppe kratzte so eben noch den Ball von der Linie.
Vor den Platzverweisen zeigten beide Teams das von Trainer Gino Lettieri erwartete Spiel auf Augenhöhe. Wobei SVWW-Trainer Lettieri beim Gegner ein „spielerisch besseres Mittelfeld“ gesehen hatte. Gefährlich wurde der SVWW vor allem dann, wenn sie direkt und schnell kombinierten. Hier zeigte Neuzugang Orlando Smeekes ein ums andere Mal seine Qualität. Die Führung per Handelfmeter erzielte Kapitän Marco Christ (10.). Zuvor war Außenverteidiger Sven Schimmel in den Strafraum eingedrungen und ein Osnabrücker Abwehrspieler wehrte seine Flanke mit der Hand ab. Das Tor brachte Sicherheit und der SVWW erhöhte die Schlagzahl. „Marathon-Mann“ Nikolas Ledgerwood (18.) und Orlando Smeekes (20.) hatten weitere gute Möglichkeiten. Schließlich erhöhte Aziz Bouhaddouz nach einer sehenswerten Einzelleistung auf 2:0 (35.). Die kalte Dusche folgte postwendend. Nach einer Ecke herrschte Durcheinander im SVWW-Strafraum, die Mauersberger zum Anschlusstreffer aus wenigen Metern nutzte (38.). Dann kam die zweite Halbzeit und damit die Roten Karten. Der SVWW sicherte sich in einer leidenschaftlich geführten Abwehrschlacht, angefeuert von den eigenen Fans und mit einem starken Gurski den Heimsieg. Bei Abpfiff gab es kein Halten mehr.
Trainer Gino Lettieri: „Die richtigen Worte zu finden, ist schwierig für mich. Vielleicht stelle ich einen Antrag, dass wir immer nur noch mit acht Feldspielern spielen, dann halten mich aber alle für vollkommen übergeschnappt. Ein großes Kompliment an die Feldspieler, die am Schluss noch auf dem Platz standen.“

Die Aufstellung:
Gurski - Schimmel, Herzig (61. Döringer), Hübner, Mintzel - Ledgerwood, Burkhardt – Smeekes (69. Triadis), Christ (c) (64. Bieler), Bouhaddouz - Wohlfarth
Tore: 1:0 Christ (10. HE), 2:0 Bouhaddouz (35.), 2:1 Mauersberger (38.)
Gelbe Karten: Mintzel, Ledgerwood, Fischer, Kampl
Rote Karten: Bouhaddouz (60.), Wohlfarth (63.)
Schiedsrichter: Knut Kircher, Dominik Bartsch, Andreas Bischof
Zuschauer: 3.599