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„Jedes Spiel zu gewinnen, bleibt unser allererstes Ziel“

SVWW-Sportdirektor Christian Hock im Gespräch

Von Hektik keine Spur. Die Hausaufgaben hat Christian Hock schon längst gemacht. Daher ist für den Sportdirektor des SV Wehen Wiesbaden der letzte Tag der Wintertransferperiode kein besonders aufregender. „In puncto Neuzugänge sind unsere Planungen abgeschlossen. Wir würden gerne noch einen neuen Verein für Evans Nyarko finden, aber aktuell liegen uns leider keine Anfragen für ihn vor", so Christian Hock zwei Tage vor dem Drittliga-Heimspiel gegen den Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC (FR, 02.02., 19 Uhr) in der BRITA-Arena.

Christian, mit Simon Brandstetter hat einer der beiden Winterneuzugänge bereits voll eingeschlagen und zwei Tore in zwei Spielen 2018 erzielt. Hat Dich das überrascht?

Hock: „Wir sind sehr glücklich darüber, dass Simon direkt eingeschlagen hat. Überrascht sind wir nicht, denn es ist eingetroffen, was wir uns nach der Scoutinganalyse erhofft hatten. Wir wollten einen gestandenen Stürmer, der uns sofort weiterhelfen kann, verpflichten und einen Perspektivspieler, den wir aufbauen können. Auch das ist uns mit Dominik Martinovic gelungen, der einen guten Eindruck im Training macht."

Den zwei Niederlagen zum Jahresende 2017 ließ der SVWW im neuen Jahr die Siege gegen Osnabrück und in Unterhaching folgen. Was sind die Gründe für den starken Start?

Hock: „Nach dem enttäuschenden Jahresabschluss war es wichtig, dass wir ein sehr gutes Trainingslager mit optimalen Bedingungen, vielen Einheiten und Einzelgesprächen hatten. In den beiden Testspielen war bereits zu sehen, dass die Mannschaft die Niederlagen abgehakt und aufgearbeitet hatte. Wenn wir immer an unsere Leistungsgrenze gehen, viel Druck auf den Gegner aufbauen, ihm aktiv unser Spiel aufdrücken und in jeder Partie unseren Siegeswillen auf den Platz bringen, dann sind wir in der Lage, jeden Gegner zu schlagen. Aber dabei dürfen wir keinen Millimeter nachlassen! Das ist keine neue, aber eine wichtige Erkenntnis, die wir im Trainingslager auffrischen konnten."

Mit aktuell 42 Punkten steht der SVWW so gut in der 3. Liga da wie noch nie zu diesem Zeitpunkt. Wie bewertest Du die aktuelle Situation?

Hock: „Es ist eine Entwicklung, die wir seit drei Jahren vorantreiben, bei der wir unsere Mannschaft immer punktuell verbessern und verstärken wollen. Auf Grund einer Vielzahl auslaufender Verträge hatte es im ersten Jahr trotzdem sehr viele Zu- und Abgänge gegeben. Jetzt konnten wir unseren Kader und somit den Großteil unserer Stammspieler zusammenhalten und ihn wirklich gezielt auf einzelnen Positionen aufwerten. Dadurch haben wir es geschafft, die Qualität zu erhöhen. Diesen Weg wollen wir auch in Zukunft fortsetzen."

Sportlicher Erfolg weckt bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten nach den SVWW-Leistungsträgern. Ist das der „Fluch der guten Tat"?

Hock: „Es ist normal, dass es immer wieder Anfragen für unsere Stammspieler gibt. Aber wir versuchen, unsere besten Spieler zu halten und mit ihnen zu verlängern. Denn wir haben niemanden verpflichtet, um ihn ein Jahr später gewinnbringend zu verkaufen, sondern um mit ihm langfristig Erfolg zu haben. Bei bestehenden Verträgen haben wir keinen Druck, einen Spieler abgeben zu müssen, und wir wollen auch keine Stammkraft verkaufen. Bei auslaufenden Verträgen ist es natürlich anders, wie beispielsweise bei Robert Andrich, der am Ende dieser Saison nach Heidenheim in die 2. Liga wechselt. Wir hatten uns anderthalb Jahre sehr intensiv bemüht, seinen Vertrag zu verlängern. Seine Entscheidung für eine neue Herausforderung in der 2. Liga müssen wir akzeptieren. Das ist normal in diesem Geschäft."

Am Freitag ist der KSC zu Gast in Wiesbaden. Was erwartest Du von dieser Partie?

Hock: „Karlsruhe ist als absoluter Aufstiegsfavorit in die Saison gestartet und verfügt immer noch über einen qualitativ sehr hochwertigen Kader, um ganz vorne angreifen zu können. Für uns ist es – und das völlig unabhängig vom Gegner – eine von noch 17 Partien, die wir unbedingt gewinnen und dabei unseren Zuschauern ein gutes Spiel zeigen wollen. Wenn wir dem Gegner von der ersten Sekunde an zeigen, dass es sehr schwer wird, in der BRITA-Arena etwas zu holen, dann haben wir gute Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden."

Wie fühlt sich die Rolle als aktueller Tabellendritter an?

Hock: „Als Dritter sitzt Du den ersten beiden Mannschaften im Nacken, andererseits wirst Du von den Teams hinter Dir in der Tabelle gejagt. Unsere Mannschaft hat gezeigt, dass sie mit dem Druck umgehen kann. Nach zwei Niederlagen vor der Winterpause hätte es zu einem Knacks kommen können. Aber wir haben das sehr gut weggesteckt und unsere mentale Stabilität unter Beweis gestellt. Wir haben alles in der eigenen Hand, wenn wir unsere Spiele gewinnen. Und jedes Spiel gewinnen zu wollen, bleibt unser allererstes Ziel."

1 1. FC Magdeburg 1. FC Magdeburg 85
2 SC Paderborn 07 SC Paderborn 07 83
3 Karlsruher SC Karlsruher SC 69
4 SV Wehen Wiesbaden SV Wehen Wiesbaden 68
5 FC Würzburger Kickers FC Würzburger Kickers 61
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