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Moral trotzt allen Widrigkeiten

SVWW - Werder Bremen U23 2:2 (0:1)

Eiskalt versenkt zum Ausgleich: Manuel SchäfflerDas Dudenkorpus, eine elektronische Datenbank zum Sammeln deutscher Wörter, umfasst offiziell 23 Millionen Einträge. Aber es gibt Momente, da fehlen einem einfach die richtigen Worte – wie am Fastnachtssonntag nach dem 2:2 (0:1)-Unentschieden des SV Wehen Wiesbaden gegen die U23 des SV Werder Bremen.

Was soll man da sagen? Eine unterirdische Schiedsrichterleistung plus eine mangelhafte SVWW-Chancenverwertung brachten die Mannschaft von Cheftrainer Rüdiger Rehm an den Rand einer Niederlage: 0:2-Rückstand in der 88. Minute!

Doch wenn etwas unserer Truppe trotz aller Widrigkeiten niemals abzusprechen ist, dann sind es ein eiserner Wille, eine mächtige Moral und ein großes Herz. All das bescherte dem SVWW durch die Tore von Stephan Andrist (88.) und Manuel Schäffler (90.+1, Handelfmeter) einen kaum mehr für möglich gehaltenen Punkgewinn.

Der Tag hatte schon bitter begonnen für den SVWW, denn Abwehr-Chef Steven Ruprecht und Angreifer Simon Brandstetter mussten auf Grund muskulärer Probleme passen. Sören Reddemann und Patrick Breitkreuz ersetzten das Duo.

Dass die Bremer Talente kein typischer Tabellenletzter sind, bewiesen die hochveranlagten Norddeutschen in der ersten halben Stunde. Gut organisiert und spieltechnisch bestens ausgebildet, bescherten die Weser-Kicker mit ihrem mutigen Auftreten dem SVWW eine Menge Probleme. Die Rot-Schwarzen waren zu passiv in der Rückwärtsbewegung, bekamen kaum zweite Bälle und ließen es bei Ballbesitz an Tempo und Durchsetzungsvermögen vermissen.

Trotzdem kam der SVWW zu der ersten echten Torchance der Partie: eine starke Flanke von Stephan Andrist brachte Manuel Schäffler per Flugkopfball aus sehr spitzem Winkel nicht im leeren Tor unter (27.). Stattdessen schepperte es auf der anderen Seite. Ein Doppelpass hebelte die SVWW-Defensive aus, und Ousman Manneh donnerte den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen: 0:1 (29.).

Das war ein Weckruf für den SVWW, der seine Lethargie abschüttelte und fortan mehrere Gänge hochschaltete. Doch Zielwasser hatte offenbar niemand dabei. Patrick Breitkreuz (30./35.) hätte zweimal aus wenigen Metern den Ausgleich erzielen können, doch er traf ebenso wenig wie Sebastian Mrowca per Fernschuss (33.) und Niklas Dams per Kopfball (40.).

Nach dem Seitentausch war die Partie bis auf wenige Momente SVWW-Einbahnstraßen-Fußball, doch unsere Elf vergaß dabei, die Fahrkarten zu stempeln. Reihenweise vergaben die „Rehmlinge“ gute Möglichkeiten per Kopf oder mit dem Fuß. Entweder flog die Kugel knapp vorbei, oder Werder-Schlussmann Eric Oelschlägel parierte glänzend.

Schiedsrichter Bastian Börner entwickelte sich mit fortlaufender Partie immer mehr zum „Burner“, der alle Rot-Schwarzen, ob Spieler, Verantwortliche oder Fans, auf die Palme brachte. Hatte er bereits im ersten Durchgang dem SVWW nach Boubacar Barrys Ellbogenschlag in Niklas Dams‘ Gesicht einen klaren Foulelfmeter verweigert (36.), blieb auch nach einem Foul an Schäffler im Werder-Strafraum (62.) die Pfeife stumm – die TV-Bilder entlarvten beiden Fehlentscheidungen.

Noch krasser wurde es nach 68 Minuten, als Manneh das 2:0 für Bremen erzielte. Der Angreifer stand beim Zuspiel deutlich im Abseits, der Schiedsrichter-Assistent hatte die Fahne gehoben – doch Börner ließ den Treffer gelten. Er wollte ein aktives Eingreifen von Reddemann beim Abspiel gesehen haben, wovon man bei einem Schuss aus drei Metern in das Gesicht des SVWW-Verteidigers wirklich nicht sprechen konnte. Auch hier untermauerten die TV-Bilder deutlich die Fehlentscheidung des Unparteiischen.

Der SVWW antwortete mit einem wütenden Sturmlauf, aber das Werder-Tor schien wie vernagelt. Andrists Schuss wurde auf der Linie geklärt (74.), dann scheiterten Schäffler und Max Dittgen innerhalb von Sekunden am zweimal grandios reagierenden Oelschlägel (87.). Es war verhext!

Doch dann wurde das unermüdliche SVWW-Anrennen noch belohnt: Andrist drückte eine Diawusie-Hereingabe über die Linie zum 1:2-Anschlusstreffer (88.). Werder bekam kein Bein mehr auf den Boden – dafür eine Hand an den Ball. Marco Friedls Handspiel im Bremer Strafraum wurde tatsächlich vom Schiedsrichter geahndet. Und Manuel Schäffler versenkte den Strafstoß eiskalt zum 2:2-Endstand (90.+1).

SVWW: Kolke – Kuhn (90. Pezzoni), Dams, Reddemann (71. Blacha), Mintzel – Diawusie, Andrich, Mrowca, Andrist – Breitkreuz (59. Dittgen), Schäffler.

 

12 TSV 1860 München TSV 1860 München 4
13 VfR Aalen VfR Aalen 4
14 SV Wehen Wiesbaden SV Wehen Wiesbaden 4
15 1. FC Kaiserslautern 1. FC Kaiserslautern 4
15 SV Meppen SV Meppen 4
Sa. 25.08.2018 SVWW - SpVgg Unterhaching
Sa. 01.09.2018 FC Würzburger Kickers - SVWW
Sa. 15.09.2018 SVWW - SV Meppen
Sa. 22.09.2018 TSV 1860 München - SVWW
Di. 25.09.2018 SVWW - SG Sonnenhof Großaspach
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