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Wieder den Chancentod gestorben

Hallescher FC - SVWW 2:1 (1:1)

Ausgebremst: Wie hier Manuel Schäffler, wurde der SVWW in Halle gestoppt.Die Wahrheit tut manchmal richtig weh – und die lautet im Fußball, dass am Ende nur die Tore zählen. Bei der 1:2 (1:1)-Niederlage beim bis dato sieglosen Halleschen FC starb der SV Wehen Wiesbaden wie schon in Karlsruhe (1:2) den Chancentod und musste sich trotz spielerischer Überlegenheit und einem großen Chancenplus in Sachsen-Anhalt geschlagen geben. „Dieses Spiel mussten wir gewinnen“, ärgerte sich SVWW-Trainer Rüdiger Rehm.

Gleich auf vier Positionen im Vergleich zum Heimspiel gegen Köln (1:1) hatte der SVWW-Trainer seine Startformation geändert. Die verletzten Max Dittgen, Niklas Dams, Kevin Pezzoni und Jeremias Lorch fehlten, zudem blieb Stephané Mvibudulu in Wiesbaden. Da Steven Ruprecht auf Grund einer Zehentzündung noch nicht bei 100 Prozent war, startete Sören Reddemann in der Innenverteidigung. Neben ihm verteidigte links Dominik Nothnagel, so dass Alf Mintzel links offensiv auflief. Rechts vorne erhielt Agyemang Diawusie den Vorzug, und Patrick Funk kam im zentralen Mittefeld zum Zug.

Zehn Minuten blieb die Partie ohne Höhepunkte, dann nahm der aktivere SVWW das Heft des Handelns in die Hand. Der aufgerückte Sebastian Mrowca prüfte HFC-Keeper Oliver Schnitzler aus der Distanz (12.). Alle anderen SVWW-Angriffe verpufften aber mit dem letzten Pass, so dass aus den optischen Vorteilen nichts heraussprang.

Plötzlich hatten die engagierten, aber auch ängstlich agierenden Gastgeber die Chance auf das 1:0. Reddemann zögerte am eigenen Strafraum, Petar Sliskovic tauchte somit frei vor SVWW-Torwart Markus Kolke auf – doch der Heber des HFC-Stürmers war kein Problem für die Wiesbadener „Keeper-Krake“ (23.).

In der Folge kombinierten sich die „Rehmlinge“ immer wieder klasse in vielversprechende Situationen, aber vor dem Hallenser Kasten fehlten Präzision und Zielstrebigkeit.

Und wie aus heiterem Himmel klingelte es im Kasten der „Krake“! Die SVWW-Defensive ging nach einem überflüssigen Abspielfehler per Hacke beim daraus resultierenden HFC-Angriff über rechts dann auch noch zu passiv vor: ungestörte Flanke in den Fünfer, der Ex-Wiesbadener Martin Röser war einen Schritt schneller und spitzelte den Ball ins Netz: 0:1 (32.).

Doch zum Glück antwortete der SVWW schnell: Hendrik Starostzik brachte Manuel Schäffler im HFC-Strafraum zu Fall – der Gefoulte verwandelte sicher zum verdienten 1:1-Ausgleich (39.).

Kurz vor der Pause ging es auf beiden Seiten nochmal hoch her: Röser traf nach einem Steilpass zum zweiten Mal, der Schiedsrichter-Assistent wollte aber eine Abseitsstellung gesehen haben – lag damit aber wohl falsch. Glück also für den SVWW (44.).

Pech hingegen hatte David Blacha im Gegenzug, als er aus kurzer Distanz per Drehschuss am Schlussmann der Hallenser scheiterte (45.).

Nach dem Seitentausch wurde die spielerische Überlegenheit des SVWW, oft angetrieben vom starken Nothnagel über die linke Seite, immer deutlicher. Halle kam kaum noch aus der eigenen Hälfte und musste den Papst, den Dalai Lama und mehrere Glücksschweine in den Taschen gehabt haben, um diese Dominanz im zweiten Durchgang schadlos zu überstehen.

Das ging nur, weil Blacha (50./55., Pfostenschuss!), Stephan Andrist (71.), Schäffler (84./90.+2), Mintzel (85.), und Robert Andrich (88., 16-Meter-Freistoß auf der Torlinie geklärt!) allesamt hochkarätige Gelegenheiten ausließen – der SVWW starb schon wieder den Chancentod!

Dass unsere Mannschaft am Ende sogar ganz mit leeren Händen nach Hause fahren musste, war der Tatsache geschuldet, dass auch der zweite Gegentreffer ein Geschenk an den HFC war. Nach einer strittigen HFC-Balleroberung im Mittelfeld, die man gut und gerne auch als Foul an Andrich hätte werten können, war die SVWW-Defensive beim anschließenden Steilpass wie schon beim ersten Gegentor unaufmerksam – und der Ex-Mainzer Petar Sliskovic erzielte den 2:1-Siegtreffer (67.).

Und so blieb es bei der schmerzhaften (Fußball-)Wahrheit: „Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.“ (Otto Rehhagel)

SVWW: Kolke – Mrowca, Mockenhaupt, Reddemann, Nothnagel – Diawusie (62. Andrist), Andrich, Funk (79. Breitkreuz), Mintzel – Blacha (86. Ruprecht), Schäffler.

1 SC Paderborn 07 SC Paderborn 07 40
2 1. FC Magdeburg 1. FC Magdeburg 34
3 SC Fortuna Köln SC Fortuna Köln 31
4 SV Wehen Wiesbaden SV Wehen Wiesbaden 30
5 SpVgg Unterhaching SpVgg Unterhaching 28
Sa. 25.11.2017 FSV Zwickau - SVWW
Sa. 02.12.2017 SVWW - SC Paderborn 07
Sa. 09.12.2017 VfR Aalen - SVWW
Sa. 16.12.2017 FC Carl Zeiss Jena - SVWW
Sa. 20.01.2018 SVWW - VfL Osnabrück
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