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Ohne Chancenglück in Jena!

FC Carl Zeiss Jena - SVWW 3:1 (2:0)

Ausgerechnet am Ostersamstag hat sich der SV Wehen Wiesbaden im Auswärtsspiel beim FC Carl Zeiss Jena drei Gegentore ins (Oster-) Tornetz legen lassen. Nach einem 0:2-Rückstand zur Halbzeit reichte auch der Anschlusstreffer durch Manuel Schäffler in der zweiten Hälfte nicht für einen Punktgewinn in Thüringen. Durch die zweite Auswärtsniederlage in Folge rutschten die Rot-Schwarzen in der Tabelle der 3. Liga vorerst auf den vierten Platz zurück.

Im Vergleich zum Heimsieg gegen Fortuna Köln (3:0) veränderte SVWW-Cheftrainer Rüdiger Rehm seine Startelf auf zwei Defensivpositionen. Für den gesperrten Alf Mintzel rückte Marc Wachs in die Startelf und agierte als Linksverteidiger. In der Innenverteidigung startete Sören Reddemann für Jeremias Lorch von Beginn an.

Bei perfektem Fußballwetter suchten die Rot-Schwarzen von Beginn an direkt den Weg nach vorne. Doch gegen die kompakte und kampfstarke Truppe der Thüringer tat sich der SVWW in der ersten Viertelstunde schwer. So sahen die 5.577 Zuschauer im Ernst-Abbe-Sportfeld zunächst viele Zweikämpfe, aber kaum Torchancen mit Torgefahr.

Nach dieser ersten Abtastphase nahm die Partie dann richtig Fahrt auf. Balleroberung durch Sascha Mockenhaupt in der eigenen Hälfte und Marc Wachs zündete den Turbo. Seine Flanke fand Schäffler im Strafraum, doch den Kopfball aus sieben Metern konnte der FCC-Keeper Jo Coppens gerade noch zur Ecke klären (15.). Auch den anschließenden Standard und den Abschluss von Mockenhaupt entschärfte der Torhüter gemeinsam mit Max Wolfram auf der Linie (16.).

Gleich im Gegenzug gab es dann den Nackenschlag für den SVWW, denn Jenas Kapitän Rene Eckardt versenkte die erste Ecke per Kopf zur Führung für die Hausherren (18.). Ein echter Wirkungstreffer für den SVWW und die Thüringer setzten zudem noch weiter nach. Ein verlorener Zweikampf im Mittelfeld und Jenas Stürmer Phillip Tietz wurde von Manfred Starke steil geschickt. Eiskalt versenkte der Jenaer an Markus Kolke vorbei ins lange Eck zum 0:2 (27.).

Erst kurz vor der Pause fand der SVWW wieder in die Spur und setzte Jena unter Dauerdruck. Moritz Kuhn knallte einen Freistoß aus 22 Metern direkt auf das Tor, doch Keeper Coppens war abermals zur Stelle und rettete die 0:2-Führung in die Kabine (41.).

Zur zweiten Hälfte brachte Trainer Rüdiger Rehm Niklas Schmidt für Gökhan Gül und sorgte so für noch mehr Durchschlagskraft in der Offensive. Die rot-schwarze Mannschaft startete dann auch wie die Feuerwehr und verursachte einige Brände im Jenaer Strafraum. Zunächst zischte ein Schuss von Kyereh aus dem Strafraum an Coppens und am kurzen Pfosten vorbei zur Ecke (47.), dann verpasste Wachs mit seinem Schuss nach Kyerehs Vorlage den Kasten nur knapp (55.). Schritt für Schritt erarbeiteten sich die Rot-Schwarzen Standardsituationen und schnürten die Gastgeber im eigenen Strafraum ein. Doch die Konsequenz und das nötige Quäntchen Glück fehlten dem SVWW in der Offensive.  Jena sorgte in der zweiten Hälfte mit Nadelstichen für Entlastung und konzentrierte sich sonst aufs Verteidigen. Nach einem Missverständnis in der SVWW-Abwehr verzog Eckhardt von der Strafraumkante nur knapp (58.).

Der SVWW warf nun alles nach vorne, die Folge waren aber auch immer wieder Großchancen der Gastgeber. So musste Kolke abtauchen und einen Strafraumknaller von Starke  halten (68.). Moral, Einsatz und Kampf stimmten bei der Mannschaft von Rüdiger Rehm, die stürmisch zur Aufholjagd blies. Dittgen flankte auf Shipnoski und der Flügelspieler legte geschickt ab auf Schäffler. Der SVWW-Stürmer hatte im Anschluss keine Probleme aus kurzer Distanz zum Anschluss einzuköpfen (73.).

Mit Agyemang Diawusie für Marc Wachs und Simon Brandstetter für Kuhn brachte Rehm darauf noch mehr Offensivpower und die Rot-Schwarzen drückten weiter auf den Ausgleich. Bis auf Torwart Kolke waren alle Spieler fast immer tief in der Hälfte von Carl-Zeiss.

Doch Jena befreite sich jedes Mal wieder geschickt vom rot-schwarzen Pressingdruck und nutzte seine Torchancen viel konsequenter. Ohne Absicherung lief der SVWW in einen FCC-Konter, an dessen Ende Starke auf Brügmann ablegte und dieser problemlos das 1:3 (90.+3) erzielen konnte, was die schmerzhafte Konsequenz des SVWW-Chancenwucher war.

SVWW:  Kolke – Kuhn (83. Brandstetter), Mockenhaupt, Reddemann, Wachs (75. Diawusie) - Shipnoski, Mrowca, Gül (46. Schmidt), Dittgen - Kyereh, Schäffler